Edition Wissenschaft
Ausgabe Nr. 18, Mai 2003
Anforderungen an technische Einrichtungen zur Untersuchung der Wirkung
hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf biologische Systeme
Von Dr. Joachim Streckert, Universität Wuppertal
Die Frage nach eventuellen Beeinflussungen oder gar Schädigungen biologischer Systeme durch elektromagnetische Felder wird weltweit stark diskutiert. Der bisher einzige, unbestrittene, nachweisbare und reproduzierbare Mechanismus ist die Wärmeerzeugung in biologischen Systemen, die sogenannte "thermische Wirkung". Mit Hilfe mathematischer Modelle, also formelmäßiger Zusammenhänge, kann der Wärmeeintrag in Zellgewebe auch theoretisch vorausgesagt werden.
Über diese Erkenntnisse hinaus bestehen besonders bei der Nutzung
von Funkanwendungen, wie z.B. Mobilfunk, in der Öffentlichkeit Befürchtungen,
dass auch unterhalb der thermischen Wirksamkeit Beeinflussungen oder gar
Beeinträchtigungen auftreten können. Da trotz jahrelanger Forschung
bis heute kein reproduzierbarer Nachweis biologischer Wirkungen schwacher
elektromagnetischer Felder geführt wurde, konnten auch keine mathematischen
Modelle entwickelt werden, die derartige Mechanismen beschreiben und die
weitere Erforschung auf theoretischer Ebene gestatten würden. So
ist man weiter auf Beobachtungen angewiesen, die nur im Rahmen sorgfältig
durchgeführter wissenschaftlicher Experimente unter eindeutig definierten
Randbedingungen sinnvoll sind. Diese Vorgehensweise ist personell und
technisch aufwändig und somit kostenintensiv, stellt aber in Anbetracht
des kontroversen und teilweise auch durch Unsachlichkeit geprägten
Meinungsbildes, das durch die Medien widergespiegelt wird, die einzige
Möglichkeit dar, zu objektiven Aussagen zu gelangen.
Im Fokus des Interesses steht bei Experimenten zu biologischen Effekten
elektromagnetischer Felder meistens das biologisch/medizinische Versuchsdesign
und somit die Frage, welche Objekte (z. B. Gewebezellen, Kleintiere oder
Versuchspersonen) exponiert und welche eine Hochfrequenz-Exposition der
am Experiment beteiligten biologischen Objekte unter eindeutig definierten
Bedingungen stattfindet, ist aber auch vertieftes elektrotechnisches Know-how
erforderlich, beispielsweise um eine gewünschte räumliche Verteilung
des elektromagnetischen Feldes über alle Proben in einer Expositionsanlage
zu erzielen oder um bei festgelegter Frequenz und Signalform die für
eine bestimmte Expositionsstärke erforderliche Hochfrequenz-Sendeleistung
zu berechnen.
Dieser Beitrag schildert an einigen Beispielen aus dem Mobilfunkbereich,
welche Lösungen von Seiten der Ingenieurwissenschaften angeboten
wurden, um Hochfrequenz- Expositionsanlagen für sehr unterschiedliche
biologische Objekte hinsichtlich der Reproduzierbarkeit und Gleichmäßigkeit
der applizierten elektromagnetischen Felder zu optimieren.
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